ObsessionSimon Becket dürfte dem einen oder anderen Leser ein Begriff sein. Mit Büchern, wie „Chemie des Todes“, „Kalte Asche“, oder „Leichenblässe“ konnte er den Krimiliebhaber in die morbiden Tiefen der Forensik eintauchen lassen, ohne dabei abstoßend zu wirken. Gut recherchiert und mit immer wieder neuen Szenarien hat er gerade zu einen Hype um dieses Thema ausgelöst und wohl nicht wenige Menschen um ihren Schlaf gebracht. Nicht, dass diese Leser aus Angst nicht mehr einschlafen konnten, sie wollten nur das Buch auslesen und konnten es nicht aus der Hand legen.

Nicht David Hunter spielt in diesem Roman die Hauptrolle, sondern Ben, der am Boden zerstört lediglich von einem autistischen Kind aufgeheitert werden kann. Nun ist mir klar, dass das Thema Autismus in den letzten Jahren, nicht zuletzt von immer wiederkehrenden cineastischen Handlungen, ein wenig „ausgelutscht“ erscheint. Die feinfühlige Art, mit der Beckett sich diesem Thema nähert, ist allerding weitaus interessanter, als es die meisten Filme vermitteln könnten. So ist dieser Roman auch weitaus weniger blutrünstig als die Hunter-Reihe und manch einer würde behaupten Beckett hat sich mit diesem Buch erst warm geschrieben. Es ist weit weniger auf Schrecken oder Angst ausgelegt, sondern bemüht sich um eine psychologische herangehensweise. Schon alleine diese andere Sicht macht „Obsession“ zu einem ungemein gelungenen Buch. Was genau die Obsession in diesem Buch ist, sollten sie beim Lesen selber heraus finden. Machen sie sich jedoch auf mitreißende Grundsatzfragen gefasst.


Kommentar schreiben



Impressum