WeddingIn Wedding geht es nicht etwa um eine Hochzeit, wie es aus dem Englischen entlehnt sein könnte. Stattdessen geht es um einen prachtvollen Berliner Bezirk. Als waschechter Berliner kann man selbstverständlich unterschiedlicher Meinung zu Wedding sein. Als Arbeiterbezirk gilt es unter einheimischen auch als kontroverser Kietz mit seinen Eigenheiten. Um genau diese Eigenheiten geht es in dem Buch, das mit 37 Kurzgeschichten „vollgepackt“. Vollgepackt kann man es eigentlich nicht nennen, denn die 100 Seiten sind schnell durchgelesen, auch oder gerade weil sie so gut geschrieben sind. Man taucht ein in diese obskure Welt und wird z.B. mit in die S-Bahn genommen und darf peinliche Momente miterleben. Horst Evers versteht es den Leser zum Grinsen, oder bisweilen zum herzhaften Lachen zu bringen.

Der Berliner wird hier als urgesteint, mitunter rustikal und vorlaut, aber das Herz auf der Zunge tragend gezeichnet. Und das macht eben auch den Charme der Kurzgeschichten aus. Man kann sich in eine für die meisten bisher völlig unerschlossenen Welt einleben, reinschnuppern und sich sein eigenes Bild machen.

Wedding ist wie die meisten Horst Evers Bücher bestechend lustig geschrieben und muss einfach Spaß machen zu lesen. Wer also eine amüsante Unterhaltung sucht, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen.


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