Kurz und schmerzvollDer Titel lässt schon erahnen wohin ich sie jetzt führe. Tatsächlich handelt es sie bei dem Buch: Kurz und Schmerzvoll um erotische Kurzgeschichten. Für manch einen mag das ein Paradoxon in sich sein. Kann Erotik in einer Kurzgeschichte vorkommen, oder bedarf es dafür nicht tiefergehender Erläuterungen, um überhaupt eine Verbindung und damit letztlich auch Lust aufzubauen?

Kiara Singer schafft es jedoch in den sechs vorliegenden Geschichten eine Lust aufzubringen, der man sich nur schwerlich entziehen kann. Dabei geht es hier um Dominanz, Unterwerfung, bis hin zur gewollten Demütigung. Der devote Part, (vier Frauen, zwei Männer) erzählen über ihre Geschichte, die genau so in unserer Nachbarschaft vorkommen könnte. Die Handlungen und Erzählweise lassen zudem viel Spielraum für Phantasie und die Autorin distanziert sich absichtlich von Ausschweifungen, oder unnötigen Füllwörtern. Der Text ist daher immer leicht verständlich und nachvollziehbar. Es geht hier auch nicht um gehobene Literatur, sondern um das Vermitteln der Erotik und genau das schafft das Buch.

Besonders die Geschichten „Der Bodybuilder“ und „Cuckold“ sind hervorzuheben. Wenn sie jetzt noch nicht wissen, was ein Cuckold ist, so haben sie noch einen Grund mehr dieses Buch zu lesen. Die psychologischen Eigenarten der verschiedenen Charaktere sind dabei besonders gut herausgearbeitet und vermitteln einen wirklichen intensiven Eindruck.


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