Ein schöner Tag zum SterbenWas wissen sie eigentlich über den Afghanistaneinsatz deutscher Trupppen? Gut, dass wir da sind. Aber warum? Um Frieden zu stiften, Ansichten zu verteidigen, oder Menschen zu schützen? Man weiß es nicht so recht, denn der Einsatz ist unter dem Deckmantel der Humanität und das seit Jahren. Was genau dort vor sich geht und warum wissen wohl die wenigsten, nicht einmal jene, die über diesen Einsatz entscheiden müssen. Ein Zeugnis der Arbeit vor Ort hat die Oberstabsärztin Heike Groos in ihrem Buch Ein schöner Tag zum Sterben geschrieben.

In ehrlicher und aufrichtiger Art und Weise beschreibt sie die verschiedenen Einsätze und Geschehnisse. Dabei bewertet sie diese auch und ist vor allem mit zwei Verantwortlichen ins Gericht, was ihr natürlich nicht nur Freunde erbracht hat. Das sie dennoch schonungslos darüber schrieb, kann ihr dann umso höher angesehen werden.

Unter anderem war sie auch beim Selbstmordanschlag 2003 in Kabul eine der ersten vor Ort und musste zusehen, wie vier Soldaten eine ungewollte Heimreise antreten mussten, nämlich im Sarg. Das Buch erzählt von den Zuständen vor Ort, vor allem den seelischen der Soldaten. Von Kameradschaft und karrieregeilen Offizieren. Und wie manche von ihnen, die Autorin eingeschlossen, von diesen Einsätzen ein Trauma davon trugen und nicht mehr wissen, wie sie weiter leben sollen, angekommen in der Heimat. Es ist ein Buch, das berührt und aufklärt.


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