Keine weiteren Fragen“Ich möchte radikale, aber humane und fundierte politische Ideale haben, und ich möchte an runden Holzküchentischen sitzen und leidenschaftlich, aber sachlich diskutieren und Sachen sagen wie: ‘Definier erst mal Ausbeutung!’ und ‘Das ist ein Scheinargument!’, bis man dann plötzlich merkt, dass es draußen schon hell geworden ist und wir die ganze Nacht geredet haben.” – So sieht für Brian Jackson sein zukünftiges Leben aus.

Wer mit solchen Erwartungen sein Anglistik-Studium aufnimmt, muss fast zwangsläufig an ihnen scheitern. Zielsicher manövriert sich Jackson dabei von einem Fettnäpfchen ins Nächste und trifft auf seiner studentischen Odyssee die skurrilsten Leute. Ganz nebenbei verliebt er sich dann noch in die hübsche Alice und nimmt an einem bekannten Fernsehquiz „University Challenge“ teil. Die Aufzählung dieser Geschehnisse ist nicht mal ansatzweise so unterhaltend, wie der Roman selbst. Mit viel Witz und Eigenironie bekommt man Einblick in Jacksons Gedankenwelt und darf miterleben was für ein Chaos er manchmal durchlebt.

Natürlich ist Alice der Grund, warum er am Quiz teilnimmt und sich Fragen wieder dieser aussetzt:
„Wie nennt man die Klasse organischer Verbindungen mit der allgemeinen Formel R-OH, in denen R für eine Alkylgruppe, bestehend aus Kohlenstoff und Wasserstoff, und OH für eine oder mehrere Hydroxyl Gruppen stehet?“ – hätten sie es gewusst?

Dieses Buch ist ein kleiner Einblick in das Studentenleben und für ein Erstlingswerk geradezu fantastisch. Mit „Keine weiteren Fragen“ kann es David Nicholls durchaus mit einer Koryphäe wie Nick Hornby aufnehmen. Zudem ist das Buch selbst sehr schön gestaltet, indem zu Anfang der Kapitel immer wieder Quizfragen gestellt werden und es gespickt ist mit Zitaten. Ein Wissensbuch, das unterhält.


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