Axolotl Roadkill

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Feb 10
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Axolotl RoadkillInteressanter Name für ein Buch finden sie? Dann sollten sie es erst mal lesen. Was einem hier entgegen geschmettert wird ist für den routinierten Romanleser nicht ganz leicht zu verdauen. Das ist in etwa so, als wenn man normalerweise Leberpastete isst und nun Kartoffelpüree von der Wand abkratzen muss. Was jedoch in keinster Weise das Buch selbst schmälern soll. Es ist eben Geschmackssache und die 17 jährige Autorin, Helene Hegemann, hat mit Axolotl Roadkill sicher etwas Außergewöhnliches geschaffen.

Es geht um Mifti, ein rastlos durchs Leben streifendes 16 jähriges Mädchen, die seit dem Tod ihrer Mutter doch recht rebellisch daherkommt. Mit all den Klischees: Drogen, Schulverweigerung, Aufstand gegen alles und jeden. Aber dabei noch die analytische Fähigkeit besitzt ihre Umwelt, das Leben der Erwachsenen zu sezieren und offen zu legen, wo es klemmt.

Vielleicht sollte ich noch die Warnung einschieben, dass es sich bei Axolotl Roadkill nicht um eine klassische Geschichte handelt. Kein wirklicher Handlungsstrang, oder gar geordnete Gedanken. Was erwarten sie?! Dennoch ergibt sich im Laufe der 200 Seiten ein Bild, irgendwie zumindest. Gerne hätte man am Ende mehr erfahren, von Mifti selbst, denn die Ich-Erzählung prädestiniert nun einmal dazu eine sehr eingeschränkte Wahrnehmung zu zeichnen. Aber es macht wohl auch den Reiz dieses Buches aus. Da bleibt wohl nichts weiter zu sagen…

Enthüllt

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Sep 09
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EnthülltSie suchen etwas für Zwischendurch, einen literarischen Snack, sozusagen? Dann könnte Enthüllt von Jonathan Tropper genau das Richtige für sie sein. Es dreht sich hier vorwiegend um Zack. Mit 30 sucht er danach seinem Leben eine neue Wendung zu geben. Eigentlich, so scheint es auf den ersten Blich zumindest, hat er alles, was man sich zum Glücklichsein wünschen kann. Einen guten Job, eine Verlobte namens Hope und überhaupt. Dummerweise kann einem ein Tag im Leben alles auf den Kopf stellen. Nämlich wenn man merkt, dass einem der tolle Job nicht erfüllt, die beste Freundin viel näher steht als die Zukünftige Frau und man auch noch von einer vermeintlichen Krankheit erfährt.

Tropper schafft es mal wieder ein Buch zu schreiben, dass einfach nur Spaß macht zu lesen. Mit viel Liebe sind die einzelnen Charaktere angelegt und haben ihre Macken. Doch gerade diese Schrulligkeit lässt sie so lebendig wirken. Ich verweise an dieser Stelle auch gerne an den lange verschollenen Vater von Zack, der mit Dauererektion und anderen Eigenheiten frischen Wind in die Geschichte bringt.

Enthüllt ist eine Geschichte, die jedem von uns so oder ähnlich wiederfahren könnte. Natürlich ist alles ein wenig überdreht, aber das macht es ja schließlich auch so unterhaltsam. Die Welt ist eben manchmal so ganz anders, als sie sein sollte…

Ein Jahr in AustralienFür viele junge Menschen beginnt jetzt eine neue Phase ihres Lebens. Die Schule ist beendet und man fragt sich, was man aus seinem zukünftigen Leben machen soll. Nach all den Jahren in vorbestimmter Richtung hat man nun zum ersten Mal die Auswahlmöglichkeit und damit die Qual der Wahl. Möchte ich eine Ausbildung, ein Studium, oder vielleicht ein freiwilliges, soziales Jahr beginnen? Neben all diesen Möglichkeiten gibt es dann noch eine, sagen wir, außergewöhnlichere Variante sein Leben neu zu erkunden. Ich spreche vom Work & Travel.

Work and Travel bedeutet Unabhängigkeit zu genießen und Selbständigkeit zu erfahren. Auf sich alleine gestellt, fernab vom beschützenden Kokon des Zuhause, ist man sein eigener Herr und erfährt, was es bedeutet für sich selbst zu sorgen, ohne Eltern. Nachdem man sich dann nun wirklich für ein Work & Travel entschieden hat, bleibt natürlich noch die Frage nach dem wohin. Wohin soll man reisen? Welcher Ort könnte dafür bestimmt sein ein Jahr seines Lebens dort zu verbringen und neue Erfahrungen zu sammeln, die einem persönlich, als auch später evtl. beruflich weiterhelfen könnten.

Viele entscheiden sich für ein englischsprechendes Land, da die Eintrittsbarrieren hier bedeutend niedriger sind und man nebst all der anderen Neuerungen, sich zumindest auf diesem Gebiet halbwegs heimisch führen. Um aber dennoch Abwechslung zu erhalten ist Australien eine hervorragende Kombination. Viel weiter weg kann man von Deutschland auch nicht ;-)

Ein kleiner Roman, der euch einen Vorgeschmack liefern könnte, darf an dieser Stelle selbstverständlich auch nicht fehlen – Ein Jahr in Australien.

Staying Alive RomanWenn sie auf der Suche nach einem wahren Helden sind, dann wird ihnen das folgende Buch nicht sonderlich gefallen. Sollten sie auf der Suche nach allzu leichter lyrischer Kost sein, so kann ich auch nur abraten. Sicher, sie werden mit Staying Alive: Roman nicht unbedingt unter der Rubrik Weltliteratur neben Dostojewski oder Hemmingway finden, aber dafür ist das Buch auch unterhaltsamer. Doch Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden…

Das Buch handelt davon, wie man(n) sein Leben vermasselt. Murray ist dafür ein Paradebeispiel und tut das mit einer fast schon akribischen Gründlichkeit, vor der man den Hut ziehen muss. Als er erfährt, dass er nur noch ein paar Monate zu leben hat, verändert das alles. Bevor man schließlich stirbt, sollte man zunächst einmal richtig gelebt haben. Augen zu und durch.

Der Roman ist gespickt mit Ironie und vorausgesetzt man hat den passenden Humor ein Stück zum „wegschmeißen“ und das im aller positivsten Sinne gemeint. Ein Lacher jagt den nächsten. Doch das Leben wäre allzu einseitig, wenn nicht auch traurige Momente darin Platz hätten und so finden sie auch solche in diesem Buch.

Wer also auf der Suche nach einem tottraurigen, spannenden und dennoch überaus komischen Buch ist, der wird hier seine helle Freude haben.

ObsessionSimon Becket dürfte dem einen oder anderen Leser ein Begriff sein. Mit Büchern, wie „Chemie des Todes“, „Kalte Asche“, oder „Leichenblässe“ konnte er den Krimiliebhaber in die morbiden Tiefen der Forensik eintauchen lassen, ohne dabei abstoßend zu wirken. Gut recherchiert und mit immer wieder neuen Szenarien hat er gerade zu einen Hype um dieses Thema ausgelöst und wohl nicht wenige Menschen um ihren Schlaf gebracht. Nicht, dass diese Leser aus Angst nicht mehr einschlafen konnten, sie wollten nur das Buch auslesen und konnten es nicht aus der Hand legen.

Nicht David Hunter spielt in diesem Roman die Hauptrolle, sondern Ben, der am Boden zerstört lediglich von einem autistischen Kind aufgeheitert werden kann. Nun ist mir klar, dass das Thema Autismus in den letzten Jahren, nicht zuletzt von immer wiederkehrenden cineastischen Handlungen, ein wenig „ausgelutscht“ erscheint. Die feinfühlige Art, mit der Beckett sich diesem Thema nähert, ist allerding weitaus interessanter, als es die meisten Filme vermitteln könnten. So ist dieser Roman auch weitaus weniger blutrünstig als die Hunter-Reihe und manch einer würde behaupten Beckett hat sich mit diesem Buch erst warm geschrieben. Es ist weit weniger auf Schrecken oder Angst ausgelegt, sondern bemüht sich um eine psychologische herangehensweise. Schon alleine diese andere Sicht macht „Obsession“ zu einem ungemein gelungenen Buch. Was genau die Obsession in diesem Buch ist, sollten sie beim Lesen selber heraus finden. Machen sie sich jedoch auf mitreißende Grundsatzfragen gefasst.

08604897n Philosophie leicht gemachtPhilosophie ist nicht jedermanns Sache. Man könnte sogar sagen, Philosophie hat ein Imageproblem. Dem möchte Jostein Gaarder entgegenwirken, mit Erfolg! In seinem Roman: „Sophies Welt“ wird die westliche Philosophie geschickt und vor allem unterhaltsam aufbereitet und auch für Anfänger zugänglich gemacht. Der Schmöcker ist jedoch kein Lehrbuch und will es auch nicht sein. Vielmehr wird hier anhand von Sofies Geschichte eine Welt zugänglich gemacht, der man sich sonst womöglich verschlossen hätte.

Beim Lesen des Buchs ist es fast so als würde man das erste Mal wirklich anfangen zu denken. Man ist das Kaninchen das aus dem Zylinder gezogen wird und die Frage gestellt bekommt: „Wer bist du?“ Doch Jostein Gaarder hat es damit nicht bewenden lassen. Im Gedanken was für ein Buch die Protagonistin aus Sophies Welt sich in einer Buchhandlung holen würde, wenn sie an Philosophie interessiert ist, hat Gaarder noch „Das Kartengeheimnis“ geschrieben.

07339680n Philosophie leicht gemacht

Hans-Thomas wirkt hier wie der kleine Bruder Sophies und erfährt auch eine spannende Einführung in die Philosophie. Eigentlich sind es drei Reisen, die Hans-Thomas durchlebt, eine räumliche, einer erzählerische und eine gedankliche. Wenn man sich auf die illustren Abgründe und Phantasien einlässt, ist dieses Buch wohl eines der interessantesten Beschreibungen in die Metaphysik und das Denken an sich!


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