Hüftkreisen mit NancyStefan Schwartz hat mit Hüftkreisen mit Nancy den Paarratgeber schlechthin geschrieben. Nicht unbedingt gewollt (oder vielleicht doch?) fungiert dieses Buch perfekt für all jene als Ratgeber, die sich in einer leicht festgefahrenen Beziehung wähnen.

Zunächst einmal geht es um den „Helden“ der Geschichte – Max. Von seinen beiden Kindern nicht wirklich für voll genommen erhält auch vom Frauchen wenig Unterstützung, da sie auch mehr an ihm zu meckern hat, als alles andere. Also beschließt Max zunächst einmal wieder in die Gunst seiner Frau zu kommen und begibt sich dafür ins Fitnessstudio. Dort angekommen erhascht er umgehend einen Blick auf Nancy, den Fleisch gewordenen Traum heißer Männerphantasien, gesegnet mit einer Gelenkigkeit, die an das unmenschliche heranreicht, zumindest aber sehr betörend ist.

Max sieht sich nun einem Dilemma gegenübergestellt. Frau und Kinder auf der Einen, der Versuch seine Ehe zu retten und der Granate in der Muckibude auf der anderen, der Phantasie und Versuchung.

Schwartz hat hier einen unglaublich lustigen Roman geschaffen, der spitzzüngig daherkommt und witzige Charaktere, mit noch witzigeren Dialogen hervorbringt. Schon die Charakterstudie des typischen Fitnessgängers ist ein Kauf des Buchs wert! Wer also ein wenig kurzweiliges Vergnügen wünscht, etwas für Zwischendurch oder einem anstrengenden Tag, der sollte hier zugreifen.

KaltduscherDarf ich vorstellen, Oliver Krachowitzer, kurz „Krach“. Doch keine Furcht, auch wenn der Name gegenteiliges erahnen lässt, Krach ist ein gesetzter Zeitgenosse, der die Hürden des Alltags sogar mit stoischer Gelassenheit nimmt und sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt. Die ideale Voraussetzung, um in einer 5 Mann Männer-WG zu überleben. Denn Kaltduscher erzählt Geschichte von dieser WG und vor allem von Krach, also dem Namen ;)

Es ist die pointenreiche Story des Lebens, wie sie wohl nur einen Mann ereilen kann. Hier ist von Liebe und der banalen Suche eines Jobs die Rede, aber auch von dem geradezu talentierten hintreten in die verschiedensten Fettnäpfchen. Der Autor, Matthias Sachau, verzichtet dabei auf unnötige Effekthascherei und überzeugt mit seinem Wortwitz auf ganzer Linie.

Stattdessen lebt das Buch von seiner Situationskomik und der Tatsache, dass uns das Geschilderte so, oder so ähnlich auch gut hätte selbst passieren können. Da werden die Probleme noch von wahren Männern angegangen und zum Teil sogar gelöst!

Wer in einer WG gelebt hat, wird sich hier mehr als einmal wiedererkennen und wer dieses Vergnügen bisher noch nicht hatte, der wird sich dabei ertappen seine zukünftige WG zu planen. Ein absoluter Lesespaß sowohl für Singlehaushalte, als auch WG-ler.

Frau Ella

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Mai 10
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Frau EllaSascha liegt eine Woche allein im Krankenhaus, aufgrund einer Augen-OP. Wenig erfreut muss er zunächst feststellen, dass man ihm plötzlich eine schnarchende Greisin ins Zimmer gelegt hat. Als sie dann jedoch, leicht sediert von Beruhigungsmitteln, ihrer eigenen Operation zustimmt, die sie zuvor gar nicht wollte, packt Sascha das Mitleid und er nimmt sie kurzerhand mit zu sich nach Hause. Nur für eine Nacht denkt er sich.

Am nächsten Tag lernen seine Freunde Ute und Klaus die 87-jährige kennen und nehmen sie sofort unter ihre „Fittiche“. So eine Generations-WG ist eine fantastische Sache denken sie sich. Und genau darum geht es in dem Buch: Frau Ella. Mit einer sprachlichen Leichtigkeit beschreibt Florian Beckerhoff den einen oder anderen Generationskonflikt und zeigt, dass es mehr als nur eine beste Methode gibt die Dinge anzugehen. Völlig unparteiisch zeigt er auf, wie die einzelnen Charaktere das Leben sehen und während Frau Ella das Leben ohne Schwermut angeht, jedoch keine Ahnung von Latte Macchiato hat, wird Sascha bewusst, dass auch er einen anderen Blickwinkel durch sie erhält.

Die sich einstellende Idylle wird dann nur durch die wiederkehrende „Ex“-Freundin gestört und Sascha muss sich bald zwischen den Frauen entscheiden. Keine einfache Sache und ich werde hier natürlich nicht verraten, wie es ausgehen wird. Dazu solltet ihr euch das Buch dann doch schon selbst holen ;)

Shopaholic – Die SchnäppchenjägerinRebecca Bloomwood ist süchtig. Süchtig nach Designerschnäppchen. Alles, was bei drei nicht auf den Bäumen ist und den Namen eines bekannten Designers trägt und zudem noch in einer Nobelboutique herunter gesetzt wurde, muss Rebecca haben. Da sie nicht gerade Millionärin ist, oder den bestbezahlten Job hat, häufen sich ihre Schulden auch unwillkürlich, angesichts ihres Lebensstandards an. Auch als ihr Bankberater Derek Smeath immer aufdringlicher auf ein Gespräch drängt, lässt Rebecca seine Briefe lieber unauffällig in der Schublade verschwinden, als sich mit diesen auseinander zu setzen.

Das das nicht auf Dauer gut gehen kann, ist klar. Doch für Rebecca sind das eben INVESTITIONEN in die Zukunft und Süchtige bringt man eben nur schwer von ihrem Laster ab. Sie hat auch einen Plan. Bei einer angesagten Modezeitschrift zu arbeiten und viel Geld zu verdienen. Dummerweise ist das nicht so leicht und so landet sie über Umwege in der Redaktion eines Finanzmagazins, immerhin schon einmal derselbe Verlag. Hier soll ausgerechnet sie Finanzsachverhalte verständlich erklären und die Leute zum Sparen antreiben. Da könnte man genauso gut einer Hummer-Fahrer darüber reden lassen, wie sich am Besten Benzin sparen ließe.

Sophie Kinsella hat mit Rebecca Bloomwood eine Figur geschaffen, in der sich wohl so ziemlich jede Frau wiederfindet. Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin ist eine herrlich romantische Komödie.

Charleston GirlUnsere Spitzenfrau, wenn es um Liebeskomödien geht hat wieder zugeschlagen. Auf knapp 500 Seiten lässt sie in Charleston Girl mal wieder die Damenwelt mitfiebern. Mal wieder ist ihr ein Buch gelungen, dass man wohl so schnell nicht aus der Hand legen möchte. Doch kommen wir zum eingemachten. Lara Lington durchlebt momentan ein kleines Tief. Vom Freund verlassen und im Job auch nicht zufrieden stirbt auch noch die Großtante Sadie. Doch davon will die Gute nichts wissen. Als rotzfreche 23 jährige erscheint sie Lington und übernimmt gleich mal das Zepter.

Kinsella schöpft viel Kreativität aus der Konstellation der 23 jährigen Sadie, welche noch im Geiste der 20er Jahre lebt und Lara, die zunächst verschreckt, dann belustig und irgendwann ein wenig genervt nun mit dem Geist umgehen muss. Generationskonflikte treten zu Tage, wo Liebe noch nicht so unverfänglich war, wie sie heute ist. Doch wer glaubt, dass Sadie nicht weiß, wie sie Spaß haben kann, der irrt. Vor allem Lara bekommt das zu spüren, muss sie doch an Stelle ihrer Großtante in die Bresche springen und flirten, was das Zeug hält.

Wieder einmal eine witzige Story mit viiiiiel Romantik, Situationskomik und jede Menge Lacher. Das perfekte Vergnügen für Zwischendurch, wenn man einfach entspannen und gute Laune bekommen möchte.

Alter Sack, was nun?Die Jahre gehen ins Land und bevor man sich versieht, hat man einen Seniorenplatz und die Leute in der U-Bahn machen einen Platz, damit man sich hinsetzen kann. Beim Autokauf wird einem nicht mehr die PS-Zahl unter die Nase gehalten, sondern dass die Sitze beheizbar sind. Kukident und Viagra sind nur zwei unter vielen Tabletten, die man seit kurzem zu sich nimmt und über das eigene Gesicht behauptet man, es sei ausdrucksstark und vom Leben gezeichnet. Und was an Falten hinzugekommen ist, wird durch fehlendes Haar kompensiert, man möchte ja schließlich die Balance halten.

Und es kommt der Moment in dem man sich eingesteht, dass man alt ist. Aber das muss ja, entgegen allgemeiner Behauptungen und den vorigen Beispielen, nicht unbedingt etwas schlechtes sein. Ganz im Gegenteil, Einsicht ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung. Und um das Beste aus der Situation zu machen, gibt es den nicht ganz ernst gemeinten Ratgeber: Alter Sack, was nun?

Hier werden einem Lebenshilfen angeboten, um mit dem Altsein umzugehen. Nach dem Motto: wir mögen alt sein, aber wir können es immer noch krachen lassen. Immerhin hat man mehr als ein halbes Jahrhundert Partyerfahrung hinter sich!

Erwarten sie nicht zu viel von dem Buch. Es ist voll von Klischees und Platitüden, wer es aber als einen kleinen Scherz sieht und nicht tatsächlich auf Lebenshilfe angewiesen ist, kann hier durchaus seinen Spaß haben.

Sorry, wir haben die Landebahn verfehltMenschen mit Flugangst könnte dieses Buch Angst machen, muss es aber nicht. Es könnte sogar auf eine paradoxe Art und Weise helfen, einen anderen Zugang zu seiner Flugangst zu finden, nämlich über Humor. Spiegel Online (Artikel mit kleinem Einblick) hat seine Leser dazu aufgerufen witzige Anekdoten zuzusenden, die sich um das Thema Fliegen drehen. Egal ob es aus dem Urlaub, oder von der Geschäftsreise war. Die Leser haben eifrig geschrieben und erzählt, was ihnen unglaubliches wiederfahren ist. Daraus haben die Stephan Orth und Antje Blinda ein lustiges, kleines Büchlein gezaubert mit erheiternden Kurzgeschichten: Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt.

Vielleicht ist es ihnen auch schon selber wiederfahren. Sie sitzen im Flugzeug und die Crew oder der Pilot kommt mit einem gepfefferten Spruch durchs Micro, der den Ernst der Lage etwas entschärfen soll. Natürlich sind die Geschichten nur so lange witzig, wie nichts Ernsthaftes passiert. Doch meist ist eben genau das der Fall. Es geht alles glimpflich aus. Und dann ist es eben umso lustiger, wenn man solchen Situationen mit Humor begegnet und die Crew tapfer bleibt und die Leute so beruhigt.

Man wünscht sich nach der Lektüre des Buchs mehr Piloten, die mit so viel Humor an die Sache gehen. In jedem Fall eine kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch, wenn man mal wieder auf den Flieger warten muss

Untot lebt sich’s auch ganz gutUntot lebt sich’s auch ganz gut ist der vierte Roman über die Vampirkönigin Betsy. Vampire sind ja momentan wieder schwer im Kommen, aber einen wie Betsy haben sie wohl noch nicht erleben dürfen. Weder sonderlich mysteriös, blutrünstig, oder geheimnisvoll kommt sie daher. Stattdessen trägt sie ihr Herz auf der Zunge und ist, wie fast jede Frau, verrückt danach einkaufen zu gehen, vor allem bei Schuhen!

Achtung Spoiler! Wer die drei ersten Teile über die sympathische, fluchende Vampirlady noch nicht gelesen hat, sollte nun schleunigst das Weite suchen, sich die teile besorgen und erst anschließend wieder hier weiterlesen. Denn Ich verrate hier schon mal ein wenig.

Drei Mal hat sie nun schon ihre Hochzeit mit Sinclair verschieben müssen. Das Leben eines Vampirs ist eben hektisch und vor allem sind sich die beiden nicht immer einig. Doch das ist im Grunde genommen kein Problem. Stattdessen muss sich die Gute nun mit einem Serienkiller herumschlagen, was nicht wirklich schlimm für eine Untote ist, aber wenn einen der Geist des ermordeten heimsucht und um Hilfe bittet, dann ist das schon etwas lästig.

Wieder einmal hat es Mary Janice Davidson geschafft ihren ganz eigenen Humor in das Buch zu packen und auch dieses Mal wird der geneigte Leser oftmals in sich hinein, wenn nicht sogar lauthals loslachen. Einer der heimlichen Stars ist dieses Mal sicher das häkelnde Biest George…

Wie Männer tickenWie Männer ticken ist so etwas die die Gebrauchsanleitung für den Mann. Endlich lernt Frau uns richtig kennen, unsere Macken und Eigenheiten und was dahinter steckt. Nicht selten steckt eigentlich gar nicht sooo viel dahinter, das ist eben manchmal einfach so.

“Hauke Brost ist der größte Männerversteher der Welt. Er schreibt in seinem Buch: ‘Männer sind ganz leicht zu kapieren. Im Grunde denken sie nicht komplizierter als ein Hund: Sie wollen Spaß und ihren Frieden, sind lernfähig und dankbar für die Belohnungen.’” BILD

Da muss man sich nicht groß drüber aufregen. Natürlich ist ein solches Buch nicht unbedingt ein literarisches Meisterwerk. Und man sollte auch durchaus etwas Spaß verstehen und sich selbst auf die Schippe nehmen können. Nichts desto trotz erkennen sich in den gestellten Fragen und passenden Antworten sicherlich viele wieder. Das Buch ist ehrlich, schonungslos und eben witzig.

Der Autor ist dabei kurz und knapp, schreibt frech und das in übersichtlichen Kapiteln. Wie Männer ticken ist ein Buch für Zwischendurch, wenn man so will. Der Leser darf in diesem Buch weder die ganz große Aufklärung, noch den neuen besten Freund erwarten. Es ist unterhaltsam und hält einem so manchmal den Spiegel vors Gesicht. Frauen werden das eine oder andere Aha-Erlebnis haben, doch nehmen sie nicht alles für bahre Münze.

Zumal man uns Männer ja eh nicht über einen Kamm scheren kann :)

Die Känguru ChronikenWie mag es wohl sein mit einem sprechenden, kommunistischen Känguru in einer WG zusammen zu wohnen? Wie, das haben sie sich noch nie gefragt? Ist doch eine ganz alltägliche Situation! An dem Känguru scheint sich zumindest niemand zu stören. Unheimlicher findet es da eine Nachbarin, dass sich der Islam immer weiter ausbreitet.

Die Känguru Chroniken sind momentan so etwas wie der Vorzeige Lacher im Netz. Mac-Uwe Kling ist nicht unbedingt berühmt, zumindest noch nicht, obwohl er schon zweimal den Poetry-Slam Preis gewonnen hat. Nunja, wohl nicht gerade der Vorzeige Preis zum angeben, aber immerhin. Jedenfalls sind die kurzen Kapitel herrlich um mal rein zu lesen und es sich in einer freien Minute gut gehen zu lassen. Denn die Zwerchfellkur danach ist garantiert. Die Episoden sind ausnahmslos mit Wortwitz gespickt und beinhalten sogar eine kleine Gesellschaftskritik, danach muss man allerdings ein wenig graben. Denn vornehmlich geht es hier um Humor, völlig irrwitzigen, albernen und doch zutreffenden Humor.

Dabei wächst einem das Känguru auch echt ans Herz, obwohl es kommunistisch gesinnt ist. Es ist eines dieser Bücher, dass man immer und immer wieder lesen kann und so ziemlich jedem gefällt. Daher eignet es sich auch hervorragend zum Verschenken, doch das nur so am Rande der Weihnachtszeit :)


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