Die Totenleserin

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Jun 10
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23281018n Die TotenleserinDie Totenleserin ist das erste Werk von Ariana Franklin. Die Story spielt im mittelalterlichen England, genauer gesagt 1171 in Cambridge. König Henry II hat gelinde gesagt ein Problemchen. Drei ermordete Kinder, die zu allem Überfluss auch noch an Kreuze genagelt wurden. Und natürlich ist auch schnell ein Übeltäter gefunden, die Juden. Immerhin kennen die sich doch damit aus, unschuldige an Kreuze zu nageln. Der König Henry II will kein Pogrom bei sich, da die Juden ordentlich Geld ins Staatssäckel spülen und da wäre es doch eine Schande diese Geldquelle versiegen zu lassen.

Also wird so etwas wie eine mittelalterliche CSI-Mannschaft erstellt, welche die Morde aufklären soll. Wer hier nun allzu bierernst an die Geschichte herangeht wird zwangsläufig enttäuscht. Denn auch wenn es sich hier um einen historischen Roman handelt, ist es doch nicht bis ins letzte Detail recherchiert und wahrheitsgetreu umgesetzt. Man erwartet fast, dass die weiblichen Totenleserin Adelia (wir sagen ja inzwischen anthropologische Forensikerin) jeden Moment eine DNA-Analyse durchführt und das Ergebnis mit der zentralen Verbrecherdatenbank vergleicht.

Kenner fühlen sich vielleicht etwas an „Ritter aus Leidenschaft“ mit Heath Ledger wiedererinnert. Alles in allem ist es aber eine frische und originelle Unterhaltungslektüre, deren Sprachgebrauch sicher nicht so verstaubt ist, wie die damalige Zeit vermuten lässt.

13276961n Des Todes dunkler BruderDes Todes dunkler Bruder: Dein Freund, dein Helfer – dein Mörder ist mal ein etwas anderer Serienkiller Thriller. Nach Hannibal Lector war uns wohl kaum jemand so sympathisch wie Dexter. Selber Blutanalyst bei der Polizei von Miami hat er eine dunkle Seite, die er vor der Welt verbergen muss. Aufgrund eines Kindheitstraumas hat er die Neigung zu morden. Sein Vater, ebenfalls ehemaliger Polizist, hat ihm jedoch den Kodex beigebracht, an den sich Dexter hält und das Versprechen gab nur die „Bösen“ umzubringen. Man könnte ihn also so etwas wie die gesellschaftliche Müllabfuhr nennen.

Spannend wird die Geschichte, wenn auf einmal ein Copy-Killer auftaucht, der Dexter zu imitieren scheint und nun in den Mittelpunkt der Untersuchungen des Polizeidepartments gerät. Wer ist nur dieser Nachahmer und warum hat er es ausgerechnet auf Dexter abgesehen? Aus der Ich-Perspektive erzählt dürfen wir an der Gedankenwelt von Dexter teilhaben und erfahren alles aus erster Hand. Wer wollte nicht schon einmal einen Serienkiller in den Kopf schauen, der so gekonnt mit schwarzen Humor in Szene gesetzt wurde.

Wer die Serie Dexter und hier vor allem die 1. Staffel schon im Fernsehen gesehen hat, wird nicht viel neues Erfahren. Wer dieses Vergnügen bisher jedoch nicht hatte, der sollte sich das Buch besorgen und LESEN!

Hüftkreisen mit NancyStefan Schwartz hat mit Hüftkreisen mit Nancy den Paarratgeber schlechthin geschrieben. Nicht unbedingt gewollt (oder vielleicht doch?) fungiert dieses Buch perfekt für all jene als Ratgeber, die sich in einer leicht festgefahrenen Beziehung wähnen.

Zunächst einmal geht es um den „Helden“ der Geschichte – Max. Von seinen beiden Kindern nicht wirklich für voll genommen erhält auch vom Frauchen wenig Unterstützung, da sie auch mehr an ihm zu meckern hat, als alles andere. Also beschließt Max zunächst einmal wieder in die Gunst seiner Frau zu kommen und begibt sich dafür ins Fitnessstudio. Dort angekommen erhascht er umgehend einen Blick auf Nancy, den Fleisch gewordenen Traum heißer Männerphantasien, gesegnet mit einer Gelenkigkeit, die an das unmenschliche heranreicht, zumindest aber sehr betörend ist.

Max sieht sich nun einem Dilemma gegenübergestellt. Frau und Kinder auf der Einen, der Versuch seine Ehe zu retten und der Granate in der Muckibude auf der anderen, der Phantasie und Versuchung.

Schwartz hat hier einen unglaublich lustigen Roman geschaffen, der spitzzüngig daherkommt und witzige Charaktere, mit noch witzigeren Dialogen hervorbringt. Schon die Charakterstudie des typischen Fitnessgängers ist ein Kauf des Buchs wert! Wer also ein wenig kurzweiliges Vergnügen wünscht, etwas für Zwischendurch oder einem anstrengenden Tag, der sollte hier zugreifen.

14177727n Ritual – Höhle des SchreckensUnd auch diese Woche möchte ich euch einen spannenden Thriller vom Erfolgduo Preston & Child vorstellen. Nach Relikt oder Attic ist Ritual: Höhle des Schreckens der nächste furchteinflößende Roman der Autoren, der sie blendend unterhalten wird.

Dieses Mal führt es uns in die Kleinstadt Medicine Creek, eine Einöde irgendwo im Nirgendwo. Niemanden hält es hier lange und auch die Tropfsteinhöhle konnte nicht den erwarteten und erhofften Touristenstrom anlocken. Hier stirbt man eigentlich nur vor Langeweile, doch werden die Anwohner eines Besseren belehrt. Denn plötzlich haben sie eine rituell hingerichtete Leiche in ihrer Tropfsteinhöhle. Die Polizei scheint sichtbar überfordert mit dieser Situation und so taucht wieder einmal unvermittelt Agent Pendercast vom FBI auf um das Heft an sich zu reißen und seinen Theorien freien Lauf zu lassen.

Wie immer lebt der Gruselroman von seiner atmosphärischen Spannung und dem erzählerischen Können. Spätestens nach dem ersten Drittel des Romans kommt man nicht mehr zu Atem und findet sich in einem Pageturner wieder, der einen nicht mehr loslässt.

Natürlich muss man das Genre mögen, den Hauch Science-Fiction, den Gruselmoment und die „Monsteratmosphäre“. Wer die vorigen Romane kennt, wird auch Ritual lieben und sich sofort wie zuhause fühlen. Empfehlung für alle Neulinge: Am besten mit Relikt und danach Attic anfangen, bevor man Ritual liest.

Das Schwarze BlutJean-Christoph Grangé mag dem einen oder anderen schon von seinem Werk: Die purpurnen Flüsse bekannt sein. Auch als Nichtleser, könnte man das Buch als Verfilmung mit Jean Reno gesehen haben. Nun hat der Autor einen neuen Roman geschrieben, der an Brutalität in nichts nachsteht – Das schwarze Blut.

Eines vorweg. Wer mit detaillierter Gewalt nichts anfangen kann, oder sie gar abstoßend findet, sollte einen weiten Bogen um dieses Buch machen. Grangé beschreibt in einer fast schon poetischen Sprache das Innenleben des Serienkillers und seine Gewalttaten werden bis ins Kleinste dargestellt, so dass man sich bisweilen Sorgen um seine Mitmenschen macht, bzw. woher all die Phantasie stammt. Doch er ist eben auch in der Hinsicht ein Meister seiner Kunst.

Das schwarze Blut ist ein spannender Thriller, der vom Sensationsreporter Mark Dupeyart erzählt, welcher sich für eine Frau ausgibt, um an einen Serientäter und seine Gedanken heranzukommen. Ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel entwickelt sich zwischen den beiden und eskaliert, als der Serienmörder ausbricht.

Sicher, wer die Story allzu ernst und vor allem vernunftbetont sieht, der wird Brüche und Ungereimtheiten finden. Wer sich gut unterhalten möchte und einem solchen Genre etwas abgewinnen kann, wird hier einen Volltreffer vorfinden! Es ist eben, wie so oft im Leben, Geschmackssache.


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