Attic – Gefahr aus der TiefeAttic – Gefahr aus der Tiefe ist der zweite Roman von Lincoln Child und Douglas Preston und baut auf Relic auf. Man kann Attic zwar auch durchaus für sich alleinstehend lesen, empfehlenswert wäre es aber schon den Vorgänger Relic zu lesen, da die Protagonisten hier in ihrer Charakterdarstellung weitergeführt werden und man immer wieder Bezug zu dem „Museumsroman“ findet.

Attic selbst kann man wohl als Fantasy-Horror-Krimi beschreiben, wobei sich die Fantasy doch einigermaßen in Grenzen hält und man sich hier irgendwo zwischen Fakt und Fiktion bewegt. Denn im Mittelpunkt des Geschehens steht das New Yorker Tunnelnetz, welches auch in aller Ausführlichkeit dargestellt wird und eine Art Stadt unter der Stadt ist. Hier ereignen sich seltsame Morde an Obdachlosen, welche geköpft vorgefunden werden. FBI-Agent Pendercast ist wieder mitten im Geschehen.

Herausragend an dem Krimi ist wieder die Darstellung des Ermittlertrios, welche lebendig gezeichnet werden. Auch die Nebencharaktere stehen dem in Nichts nach und schaffen so ein Bild, welches es dem Leser einfach macht, sich mit den Figuren zu identifizieren. Spannend und vor allem mörderisch geht es bei Attic zu.

Wer die Child/Preston Romane in Reihenfolge lesen möchte, sollte sich an folgender Reihenfolge orientieren.

- Relic: Museum der Angst
- Attic: Gefahr aus der Tiefe
- Formula: Tunnel des Grauens
- Ritual: Höhle des Schreckens
- Burn Case: Geruch des Teufels (1. Diogenes-Trilogie)
- Dark Secret: Mörderische Jagd (2. Diogenes-Trilogie)
- Book of the Dead (3. Diogenes-Trilogie)

KaltduscherDarf ich vorstellen, Oliver Krachowitzer, kurz „Krach“. Doch keine Furcht, auch wenn der Name gegenteiliges erahnen lässt, Krach ist ein gesetzter Zeitgenosse, der die Hürden des Alltags sogar mit stoischer Gelassenheit nimmt und sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt. Die ideale Voraussetzung, um in einer 5 Mann Männer-WG zu überleben. Denn Kaltduscher erzählt Geschichte von dieser WG und vor allem von Krach, also dem Namen ;)

Es ist die pointenreiche Story des Lebens, wie sie wohl nur einen Mann ereilen kann. Hier ist von Liebe und der banalen Suche eines Jobs die Rede, aber auch von dem geradezu talentierten hintreten in die verschiedensten Fettnäpfchen. Der Autor, Matthias Sachau, verzichtet dabei auf unnötige Effekthascherei und überzeugt mit seinem Wortwitz auf ganzer Linie.

Stattdessen lebt das Buch von seiner Situationskomik und der Tatsache, dass uns das Geschilderte so, oder so ähnlich auch gut hätte selbst passieren können. Da werden die Probleme noch von wahren Männern angegangen und zum Teil sogar gelöst!

Wer in einer WG gelebt hat, wird sich hier mehr als einmal wiedererkennen und wer dieses Vergnügen bisher noch nicht hatte, der wird sich dabei ertappen seine zukünftige WG zu planen. Ein absoluter Lesespaß sowohl für Singlehaushalte, als auch WG-ler.

Föhnlage

17
Mai 10
0

FöhnlageWir befinden uns in einem Bayerischen Alpen-Kurort. Eine idyllische Umgebung um zu sterben. Zu sterben? Ganz recht, zu sterben. Denn der Portier einer Oper fällt vom Dachboden 12 Meter in die Tiefe und ist tot. Doch nicht nur er. Denn er erschlägt auch gleich noch kurzerhand den Mann, auf dem er landet. Zu zweit stirbt es sich eben besser. Wie heißt es so schön: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Doch wie ist er überhaupt von dort oben herunter gestürzt? Oder wurde er gar herunter geworfen? Selbstmord, Mord oder einfach nur ein Unfall? Das gilt es für Kommissar Jennerwein zu klären. Und im Laufe seiner Befragungen stößt er auch auf eine heiße Spur.

Föhnlage ist ein typischer Alpenkrimi, der mit morbidem, schwarzem Humor aufwarten kann und für Liebhaber einiges zu bieten hat. Kostprobe gefällig?

“Die falschen Hosentürlknöpfe sagen viel über den Burschen aus. Eigentlich alles.”
“Ach so?”
“Das war kein Einheimischer. Ein Einheimischer würde eher gar keine Lederhose anziehen als eine mit falschen Hosentürlknöpfen.”

Man muss die Art des Humors wohl einfach lieben, oder eben hassen. Viel Spielraum dazwischen gibt es nicht, muss es auch nicht. Ein rasanter Krimi, der gut unterhält und zum Lachen anregt, mehr sollte man nicht zu wünschen wagen ;)

Frau Ella

6
Mai 10
0

Frau EllaSascha liegt eine Woche allein im Krankenhaus, aufgrund einer Augen-OP. Wenig erfreut muss er zunächst feststellen, dass man ihm plötzlich eine schnarchende Greisin ins Zimmer gelegt hat. Als sie dann jedoch, leicht sediert von Beruhigungsmitteln, ihrer eigenen Operation zustimmt, die sie zuvor gar nicht wollte, packt Sascha das Mitleid und er nimmt sie kurzerhand mit zu sich nach Hause. Nur für eine Nacht denkt er sich.

Am nächsten Tag lernen seine Freunde Ute und Klaus die 87-jährige kennen und nehmen sie sofort unter ihre „Fittiche“. So eine Generations-WG ist eine fantastische Sache denken sie sich. Und genau darum geht es in dem Buch: Frau Ella. Mit einer sprachlichen Leichtigkeit beschreibt Florian Beckerhoff den einen oder anderen Generationskonflikt und zeigt, dass es mehr als nur eine beste Methode gibt die Dinge anzugehen. Völlig unparteiisch zeigt er auf, wie die einzelnen Charaktere das Leben sehen und während Frau Ella das Leben ohne Schwermut angeht, jedoch keine Ahnung von Latte Macchiato hat, wird Sascha bewusst, dass auch er einen anderen Blickwinkel durch sie erhält.

Die sich einstellende Idylle wird dann nur durch die wiederkehrende „Ex“-Freundin gestört und Sascha muss sich bald zwischen den Frauen entscheiden. Keine einfache Sache und ich werde hier natürlich nicht verraten, wie es ausgehen wird. Dazu solltet ihr euch das Buch dann doch schon selbst holen ;)

Shopaholic – Die SchnäppchenjägerinRebecca Bloomwood ist süchtig. Süchtig nach Designerschnäppchen. Alles, was bei drei nicht auf den Bäumen ist und den Namen eines bekannten Designers trägt und zudem noch in einer Nobelboutique herunter gesetzt wurde, muss Rebecca haben. Da sie nicht gerade Millionärin ist, oder den bestbezahlten Job hat, häufen sich ihre Schulden auch unwillkürlich, angesichts ihres Lebensstandards an. Auch als ihr Bankberater Derek Smeath immer aufdringlicher auf ein Gespräch drängt, lässt Rebecca seine Briefe lieber unauffällig in der Schublade verschwinden, als sich mit diesen auseinander zu setzen.

Das das nicht auf Dauer gut gehen kann, ist klar. Doch für Rebecca sind das eben INVESTITIONEN in die Zukunft und Süchtige bringt man eben nur schwer von ihrem Laster ab. Sie hat auch einen Plan. Bei einer angesagten Modezeitschrift zu arbeiten und viel Geld zu verdienen. Dummerweise ist das nicht so leicht und so landet sie über Umwege in der Redaktion eines Finanzmagazins, immerhin schon einmal derselbe Verlag. Hier soll ausgerechnet sie Finanzsachverhalte verständlich erklären und die Leute zum Sparen antreiben. Da könnte man genauso gut einer Hummer-Fahrer darüber reden lassen, wie sich am Besten Benzin sparen ließe.

Sophie Kinsella hat mit Rebecca Bloomwood eine Figur geschaffen, in der sich wohl so ziemlich jede Frau wiederfindet. Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin ist eine herrlich romantische Komödie.


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