Unsere Spitzenfrau, wenn es um Liebeskomödien geht hat wieder zugeschlagen. Auf knapp 500 Seiten lässt sie in Charleston Girl mal wieder die Damenwelt mitfiebern. Mal wieder ist ihr ein Buch gelungen, dass man wohl so schnell nicht aus der Hand legen möchte. Doch kommen wir zum eingemachten. Lara Lington durchlebt momentan ein kleines Tief. Vom Freund verlassen und im Job auch nicht zufrieden stirbt auch noch die Großtante Sadie. Doch davon will die Gute nichts wissen. Als rotzfreche 23 jährige erscheint sie Lington und übernimmt gleich mal das Zepter.
Kinsella schöpft viel Kreativität aus der Konstellation der 23 jährigen Sadie, welche noch im Geiste der 20er Jahre lebt und Lara, die zunächst verschreckt, dann belustig und irgendwann ein wenig genervt nun mit dem Geist umgehen muss. Generationskonflikte treten zu Tage, wo Liebe noch nicht so unverfänglich war, wie sie heute ist. Doch wer glaubt, dass Sadie nicht weiß, wie sie Spaß haben kann, der irrt. Vor allem Lara bekommt das zu spüren, muss sie doch an Stelle ihrer Großtante in die Bresche springen und flirten, was das Zeug hält.
Wieder einmal eine witzige Story mit viiiiiel Romantik, Situationskomik und jede Menge Lacher. Das perfekte Vergnügen für Zwischendurch, wenn man einfach entspannen und gute Laune bekommen möchte.
Die Jahre gehen ins Land und bevor man sich versieht, hat man einen Seniorenplatz und die Leute in der U-Bahn machen einen Platz, damit man sich hinsetzen kann. Beim Autokauf wird einem nicht mehr die PS-Zahl unter die Nase gehalten, sondern dass die Sitze beheizbar sind. Kukident und Viagra sind nur zwei unter vielen Tabletten, die man seit kurzem zu sich nimmt und über das eigene Gesicht behauptet man, es sei ausdrucksstark und vom Leben gezeichnet. Und was an Falten hinzugekommen ist, wird durch fehlendes Haar kompensiert, man möchte ja schließlich die Balance halten.
Menschen mit Flugangst könnte dieses Buch Angst machen, muss es aber nicht. Es könnte sogar auf eine paradoxe Art und Weise helfen, einen anderen Zugang zu seiner Flugangst zu finden, nämlich über Humor.
Eines vorweg. Erwarten sie beim Lesen des Buches keine Ähnlichkeit mit der David-Hunter Reihe. Denn es gibt keine!