Axolotl Roadkill

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Feb 10
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Axolotl RoadkillInteressanter Name für ein Buch finden sie? Dann sollten sie es erst mal lesen. Was einem hier entgegen geschmettert wird ist für den routinierten Romanleser nicht ganz leicht zu verdauen. Das ist in etwa so, als wenn man normalerweise Leberpastete isst und nun Kartoffelpüree von der Wand abkratzen muss. Was jedoch in keinster Weise das Buch selbst schmälern soll. Es ist eben Geschmackssache und die 17 jährige Autorin, Helene Hegemann, hat mit Axolotl Roadkill sicher etwas Außergewöhnliches geschaffen.

Es geht um Mifti, ein rastlos durchs Leben streifendes 16 jähriges Mädchen, die seit dem Tod ihrer Mutter doch recht rebellisch daherkommt. Mit all den Klischees: Drogen, Schulverweigerung, Aufstand gegen alles und jeden. Aber dabei noch die analytische Fähigkeit besitzt ihre Umwelt, das Leben der Erwachsenen zu sezieren und offen zu legen, wo es klemmt.

Vielleicht sollte ich noch die Warnung einschieben, dass es sich bei Axolotl Roadkill nicht um eine klassische Geschichte handelt. Kein wirklicher Handlungsstrang, oder gar geordnete Gedanken. Was erwarten sie?! Dennoch ergibt sich im Laufe der 200 Seiten ein Bild, irgendwie zumindest. Gerne hätte man am Ende mehr erfahren, von Mifti selbst, denn die Ich-Erzählung prädestiniert nun einmal dazu eine sehr eingeschränkte Wahrnehmung zu zeichnen. Aber es macht wohl auch den Reiz dieses Buches aus. Da bleibt wohl nichts weiter zu sagen…

Das Geheimnis der 100 PfortenDas Geheimnis der 100 Pforten ist ein interessant und spannend geschriebenes Jugendbuch, dass man so schnell nicht mehr aus der Hand legen kann.

Der kleine Henry York muss zu seinem Onkel ziehen, in ein großes Haus, dass ihm schon etwas Angst bereitet. Er entdeckt jedoch „bald“ versteckt hinter Putz 100 Pforten, die in 100 verschiedene Welten führen. Von kindlicher Neugierde getrieben hält es ihn und seine Cousine Henrietta natürlich nicht lange und sie erkunden die ersten Welten. Doch nicht alle Welten scheinen so friedlich und schon bald begeben sie sich und Gefahr und werden von Dämonen und Hexen bedrängt.

Der Auftakt des Buches mag für den einen oder anderen etwas langatmig geraten sein, macht in meinen Augen aber durchaus Sinn, da man die Figuren und verschiedenen Charaktere näher kennen lernt. Außerdem hat man in den folgenden zwei Bänden noch jede Menge Zeit für Action und Abenteuer.

Der junge Autor N.D. Wilson hat mit dem ersten Band der Trilogie ein beeindruckenden Start hingelegt und eine abwechslungsreiche Geschichte angeführt, deren Weitergehen man kaum erwarten kann. Auf Englisch gibt es auch schon eine Fortsetzung für all jene, die es nicht mehr erwarten können die Abenteuer von Henry und Henrietta zu lesen. Wer noch ein wenig Geduld aufbringen kann, dem sei der April ans Herz gelegt, denn dann soll der zweite Teil auch auf Deutsch erscheinen. Man darf gespannt sein!

Untot lebt sich’s auch ganz gutUntot lebt sich’s auch ganz gut ist der vierte Roman über die Vampirkönigin Betsy. Vampire sind ja momentan wieder schwer im Kommen, aber einen wie Betsy haben sie wohl noch nicht erleben dürfen. Weder sonderlich mysteriös, blutrünstig, oder geheimnisvoll kommt sie daher. Stattdessen trägt sie ihr Herz auf der Zunge und ist, wie fast jede Frau, verrückt danach einkaufen zu gehen, vor allem bei Schuhen!

Achtung Spoiler! Wer die drei ersten Teile über die sympathische, fluchende Vampirlady noch nicht gelesen hat, sollte nun schleunigst das Weite suchen, sich die teile besorgen und erst anschließend wieder hier weiterlesen. Denn Ich verrate hier schon mal ein wenig.

Drei Mal hat sie nun schon ihre Hochzeit mit Sinclair verschieben müssen. Das Leben eines Vampirs ist eben hektisch und vor allem sind sich die beiden nicht immer einig. Doch das ist im Grunde genommen kein Problem. Stattdessen muss sich die Gute nun mit einem Serienkiller herumschlagen, was nicht wirklich schlimm für eine Untote ist, aber wenn einen der Geist des ermordeten heimsucht und um Hilfe bittet, dann ist das schon etwas lästig.

Wieder einmal hat es Mary Janice Davidson geschafft ihren ganz eigenen Humor in das Buch zu packen und auch dieses Mal wird der geneigte Leser oftmals in sich hinein, wenn nicht sogar lauthals loslachen. Einer der heimlichen Stars ist dieses Mal sicher das häkelnde Biest George…

Warnschuss

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Feb 10
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WarnschussNa, mal wieder Lust auf einen packenden Krimi mit allerlei sprühender Romantik? Dann könnte Warnschuss von Sandra Brown genau das Richtige für sie sein. In dem Krimi geht es um Duncan Hatcher, der den Mord in einem Richterhaus aufklären muss. Denn was zunächst nach einfacher Notwehr aussieht, wird im Laufe der Zeit immer unwahrscheinlicher. Doch der Reihen nach.

Duncan Hatcher wähnt sich am Ziel seiner Träume, hat er doch Robert Savich gefangen nehmen können und vor Gericht gestellt. Doch der ehrenwerte Richter entlässt ihn wegen eines Verfahrensfehlers, woraufhin Hatcher „etwas“ ausfällig wird und zwei Tage selber hinter schwedischen Gardinen verbringen darf. Kaum draußen muss er zu einem Mord ins Haus genau des Richters, auf den er immer noch einen Groll hegt. Die Frau des Richters, zu der sich Hatcher sofort hingezogen fühlt, soll jemanden in Notwehr umgebracht haben.

Und hier fängt die Geschichte an spannend zu werden. Denn das Richterpaar lässt sich nicht so leicht in die Karten schauen und Hatcher betreibt eine Gratwanderung zwischen seiner Zuneigung fuer die Frau des Richters uns seinem Pflichtgefühl. Nur allzu gerne möchte er ihr glauben, aber kann er das ohne Vorbehalte?

Die Autorin hat in Warnschuss wieder einen spannenden, flüssig geschriebenen Krimi abgeliefert, dessen Figuren schön heraus gearbeitet sind und Platz für jede Menge Spekulationen lassen.

HummeldummEndlich ist es soweit. Die Gebete wurden erhört, das Warten hat ein Ende. So genug der Floskeln. Hier und jetzt habe sie das große Privileg, ja gar die humoristische Pflicht sich den neuen Roman von Tommy Jaud zu kaufen. Nach Vollidiot (ja, das gab es zuvor auch als Buch und nicht erst mit Oliver Pocher als Verfilmung), dem Nachfolger Millionär und schließlich und unendlich Resturlaub ist Hummeldumm der vierte Roman des Autors, alias Witzeschreiber u. A. für Ladykracher.

Ähnlich wie in Resturlaub entführt uns der Autor auch wieder in die weite Welt. Dieses Mal nach Namibia auf eine zweiwöchige Reise samt Freundin und Göttergattin und jede Menge Vollspackos gezwängt in einen Safaribus. Sie merken, es wird keine beschaulicher Reise. Stattdessen wird mal wieder herr(z)lich über die Mitmenschen hergezogen, allen voran die Österreicher. Aber die haben es ja nicht besser verdient ;) Lassen sie sich also in die Serengeti entführen und auf Safari schicken. Dabei geht es weniger um die wilden Tiere, als Matze, der auf dieser Reise wohl auch zum wilden Tier wird, wenn er noch eine Sekunde länger in dieser brütenden Hitze, umgeben von Volldeppen ausharren muss. Aber eigentlich ist er ja ganz liebenswürdig, naja eigentlich.

Wer also bei all der wetterlichen Tristes was Schönes zum Schmunzeln und Lachen sucht, der sollte hier zugreifen und die kommenden Abende sind gerettet.

Simpel

24
Feb 10
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SimpelDiesen Roman als simpel zu bezeichnen, könnte wohl nicht weiter von der Wahrheit weg sein. Dennoch ist die Titelgebung gelungen, beschreibt sie doch den Protagonisten, Simpel, mit einem Wort schlichtweg perfekt. Simpel ist im Grunde genommen ein Kind, gefangen im Körper eines 22 jährigen. Simpel ist geistig behindert und nicht immer leicht zu verstehen für seine Mitmenschen. Erst recht nicht für seinen 17-jährigen Bruder, der auf in aufpasst.

Die beiden entschließen sich dazu eine WG zu gründen und damit fängt der Spaß erst so richtig an. Der Roman ist preisgekrönt und obwohl als Kinder -oder besser Jugendbuch konzipiert, ist er auch für Erwachsene hervorragend geeignet. Marie-Aude Murail ist es mit Bravur gelungen die Person des simpel und all die anderen Charaktere einzufangen und ihnen authentisches Leben einzuhauchen. Fragt sich der Leser zu Beginn vielleicht noch, ob es pietätvoll ist ein lustiges Buch über Behinderte zu schreiben, merkt er schnell, dass es möglich ist. Und auch wenn man ehrlicher Weise zugeben muss nicht immer nur mit, sondern gerne auch über Simpel zu lachen, liegt das doch nicht an seiner Behinderung, sondern vielmehr an der gelungen Situationskomik.

Simpel ist ein Buch zum Lachen und Nachdenken. Eines, indem man gerne mal lauthals losprustet, aber in sich geht und eine neue Sichtweise von gewissen Dingen erhält.

SchachnovelleDie Schachnovelle von Stefan Zweig gehört wohl zu den Klassikern in der deutschen Literatur. Wer jetzt leicht zusammenzuckt, aus Angst hier einen schwermütigen Wälzer geschildert zu bekommen, der irrt. Stattdessen handelt es sich bei diesem Buch um ein taschenbuchformatiges Exemplar der Gattung, literarisches Muss. Dieses Buch zu lesen ermöglicht nicht nur den Einstieg in die Kunst des Schreibens, sondern gleichzeitig einen spannenden Blick in das Spiel der Könige – Schach.

Bei der Schachnovelle, welche im Stile eines Ich-Erzählers geschrieben wurde, geht es um eine Schifffahrt, bei der sich zwei Menschen treffen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Der eine, amtierender Schachweltmeister, ist die Verkörperung des Ehrgeizes, aber auch des Anti-Genies. Ein Mensch mit nur der einen Inselbegabung, nämlich grandios Schach zu spielen. Der andere ist ein Intellektueller, welcher der Folterung entkommen konnte und den ausgesetzten Qualen der völligen Reizunterdrückung nur widerstehen konnte, in dem er sich ein Buch über Schachpartien unter den Nagel riss und diese im Geiste nachspielte.

Das Buch öffnet jedem Nichtschachspieler einen Blick in die Welt dieses Spiels, welches so komplex und spannend ist, dass man nach dem Lesen den unbedingten Drang verspürt selber Schach zu spielen. Für all jene, die der Freude am Schachspielen schon erlegen sind, ist es ein Leichtes die verschiedenen Gefühle und Eindrücke der Personen nachzuvollziehen.

Fazit: ein grandioses Buch


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