Wie ich einmal versuchte reich zu werdenHand aufs Herz, jeden Tag von 9-17 Uhr arbeiten ist doof. Das Büro Tag ein, Tag aus zu sehen macht auch nicht immer wirklich Spass und ist so ziemlich das Letzte, dass sie mit Nervenkitzel in Verbindung bringen. Dann könnte Wie ich einmal versuchte reich zu werden eine interessante Lektüre für sie werden. Die Autorin zeigt in einem interessanten Experiment, dass es auch anders geht. Ob es besser für ihre Gesundheit, bzw. den Geldbeutel ist, müssen sie dann aber für sich selbst entscheiden.

Heike Faller war da ganz ähnlich, bis sie 2008 beschloss sich dem Finanzmarkt offen gegenüber zu stellen und ihm seine Geheimnisse zu entlocken. Man interessierte sich auf einmal für die Wirtschaft und die Finanzlage. Das ganze hat sie dann mit einem Experiment verbunden und in dem Buch: Wie ich einmal versuchte reich zu werden niedergeschrieben. In einem Jahr das eingesetzte Geld von stolzen (oder sollte ich sagen mickrigen) 10.000 zu verdoppeln. Blöd nur, dass sie es ausgerechnet zu einer Zeit macht, in der die Finanzkrise um sich schlägt. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Aus der Perspektive einer Laieninvestorin wird beschrieben, wie der Wunsch nach „mehr Kohle“ antreibt und Geschäfte vorantreibt, an die man zuvor nicht mal zu träumen gewagt hätte. Der Stil ist dabei herrlich leicht und gerade zu fluffig, so dass man nicht mit Fachjargon abgeschreckt wird, sondern tatsächlich Einblick in eine sonst eher trockene Materie erhält.

SchwarzfahrerSollten sie auf der Suche nach einer Lektüre für die öffentlichen Verkehrsmittel sein, so habe ich einen Vorschlag für sie. Das Buch Schwarzfahrer eignet sich ganz hervorragend für die tägliche Transportroutine und verschafft Einblicke in einen ganz eignen, kleinen Kosmos.

Kork, Zabel und Dorberstein sind drei Freunde, die ihre ganz besondere Geschäftsidee verfolgen. In abgehalfterten second-Hand Sakkos der Farbe marineblau durchstreifen sie das öffentliche Berliner Verkehrsnetz auf der Suche nach Schwarzfahrer, um diese dann mehr oder weniger gnadenlos auszunehmen. Dabei entlarven sie Spießbürger, müssen aber auch gegen ihr schlechtes Gewissen Penner von den Bahnhöfen vertreiben.

Die drei liebenswürdigen Freaks sind dabei nur auf der Suche nach Arbeit und einen geregeltem Einkommen, zwischen ruhendem Studium, Fahnenflucht und Alimentenzahlung. Es könnte alles so schön sein, würden sie nicht eines schönen/schlechten Tages von richtigen Kontrolleuren aufgegriffen. Zu allem Überfluss verliebt sich Kork auch noch in eines seiner Opfer. Das kann ja nur Heiter werden

Der Roman Schwarzfahrer verdeutlicht mit einigem Humor, die tief in uns Deutschen sitzenden Hörigkeit gegenüber Obrigen.

Die BVG hat Anfang 2004, drei Monate nach Erscheinen Des Buches, auch gleich mal eine Broschüre herausgegeben, die richtige Ausweise von Kontrolleuren zeigt. Für eine Behörde ist das gerade zu rasend schnell…Ich-AGs der ganz eigenen Art.

Verführer der NachtIm Allgemeinen würde der oben genannte Titel ja ganz hervorragend zu meinen nächtlichen Aktivitäten passen. Doch wie so oft, geht es mal wieder nicht um mich, sondern und das sollte wohl kaum jemanden überraschen um ein Buch. Sie werden es in Ihrer grenzenlosen Weisheit vielleicht auch schon erraten haben, es heißt „Verführer der Nacht“ und stammt aus der Feder von Christine Feehahn. (Man stelle sich mal vor heutzutage schriebe wirklich noch jemand mit Federn, der Wahnsinn!)

In dem Roman geht es um Rafael de la Cruz, der Name spricht Bände. Ein heißblütiger Südamerikaner droht zu dem zu werden, dass er seit Gedenken bekämpft, ein Vampir. In der Rancherin Colby findet er seine mögliche Seelengefährtin. Dumm nur, dass er versucht ihre Geschwister zu seinem Vater zu bringen, da kann man schon mal protestieren.

Doch als Frau fällt es ihr zunehmend schwerer seiner Anziehungskraft zu widerstehen. Die Kombination ist aber auch gemein. Nicht nur ein Latino-Macho, nein auch noch ein Vampir-Latino-Macho. Da möchte man seine Halsschlagader fast freiwillig entblößen.

Der Roman ist eine Hommage an das Liebesspiel der Vampire und verinnerlicht im Grunde eine Liebesgeschichte mit Vampireinfluss. Twilight-light würden böse Zungen behaupten, doch das würde dem Werk nicht gerecht. Gerade Frauen finden hier sicherlich die Erfüllung ihrer geheimsten Wünsche.

Chemie des Todes

20
Jul 09
1

Chemie des TodesWahrlich es ist nicht gerade aktuelle darüber zu schreiben, doch gute Bücher verjähren eben auch nicht. Es ist wohl die morbide Begeisterung, die Chemie des Todes zu einem besonderen Buch macht. Simon Becket schafft es die ländliche Idylle durch Morde zu trüben und so eine Paranoia zu wecken. Wo könnte der Mörder als nächstes zuschlagen? Vielleicht sogar bei ihnen?

Forensik hat in TV-Shows mittlerweile Kultstatus und so könnten moderne Serien, wie CSI Miami, oder Dexter überhaupt nicht funktionieren, wenn die Forensik außen vor gelassen würde. Das zunächst unappetitlich wirkende Metier versprüht seinen ganz eigenen, skurrilen Charme und verlockt zum weiter gucken. Chemie des Todes zeigt in brillant recherchierter Methode und auf dem letzten Stand der Wissenschaft das Leben der Obduktions-Koryphäe David, der zwar auf der einen Seite einen Mord aufdecken soll, auf der anderen Seite aber auch Hauptverdächtiger ist. Ein extrem spannender Krimi und eine packende Story. Dabei sollten sie eine Vorliebe zum Detail haben, denn in diesem Hörbuch wird nicht zimperlich zu Werke gegangen. Ausführlich werden die Leichen beschrieben und jeder mit etwas Phantasie wird sich leicht ein innerliches Bild des Geschehens machen können.

Was sie also normalerweise in einer Nacht verschlingen würden, können sie nun in schauriger Abendstimmung geruhsam in ihrem Sessel auf sich einrieseln lassen. Ein gruseliges Vergnügen wartet auf sie…

Das andere FremdwörterbuchGeht es ihnen manchmal wie mir? Sie suchen ein bestimmtes Fremdwort können es aber beim besten Willen nicht finden. Natürlich gibt es Fremdwörterbücher, z.B. von Duden, doch hier muss man das Fremdwort ja schon kennen, um dann eine Übersetzung dafür zu bekommen. Doch was, wenn ich ein schönes Fremdwort für ein langweiliges deutsches Wort ersetzen möchte? Dann ist man „nese“, aufgeschmissen oder am Ende.

Wenn man hingegen „Das andere Fremdwörter-Lexikon“ von Wolf-Ulrich Cropp besitzt, kann man zukünftig seine Texte und Konversationen aufpeppen. Einfach das gesuchte Wort durch ein schickes Fremdwort ersetzen und dabei auch gleich noch ein paar knappe Hintergrundinfos aufschnappen, um nichts Falsches oder Unpassendes zu schreiben. So vermeidet man nicht nur ständige Wiederholungen oder Dopplungen von Wörtern, sondern wirkt auch gleich noch etwas eloquenter. Doch auch das stöbern in diesem Buch muss nicht nur unbedingt von Leseratten oder Wissensjunkies durchgeführt werden. Es ist durchaus interessant die Wortzusammenhänge und verschiedenen Bedeutungen einzelner Wörter zu erfahren. Bei der neusten Ausgabe sind zudem nochmals 3.000 Stichwörter hinzugekommen, so dass sie auf dem aktuellsten Stand sind. In jedem Fall ist dieses Buch eine Bereicherung für ihre Sprache und schindet sicher mächtig Eindruck beim Verfassen ihres nächsten Textes, oder dem Small-Talk auf der Party.

Kurz und schmerzvollDer Titel lässt schon erahnen wohin ich sie jetzt führe. Tatsächlich handelt es sie bei dem Buch: Kurz und Schmerzvoll um erotische Kurzgeschichten. Für manch einen mag das ein Paradoxon in sich sein. Kann Erotik in einer Kurzgeschichte vorkommen, oder bedarf es dafür nicht tiefergehender Erläuterungen, um überhaupt eine Verbindung und damit letztlich auch Lust aufzubauen?

Kiara Singer schafft es jedoch in den sechs vorliegenden Geschichten eine Lust aufzubringen, der man sich nur schwerlich entziehen kann. Dabei geht es hier um Dominanz, Unterwerfung, bis hin zur gewollten Demütigung. Der devote Part, (vier Frauen, zwei Männer) erzählen über ihre Geschichte, die genau so in unserer Nachbarschaft vorkommen könnte. Die Handlungen und Erzählweise lassen zudem viel Spielraum für Phantasie und die Autorin distanziert sich absichtlich von Ausschweifungen, oder unnötigen Füllwörtern. Der Text ist daher immer leicht verständlich und nachvollziehbar. Es geht hier auch nicht um gehobene Literatur, sondern um das Vermitteln der Erotik und genau das schafft das Buch.

Besonders die Geschichten „Der Bodybuilder“ und „Cuckold“ sind hervorzuheben. Wenn sie jetzt noch nicht wissen, was ein Cuckold ist, so haben sie noch einen Grund mehr dieses Buch zu lesen. Die psychologischen Eigenarten der verschiedenen Charaktere sind dabei besonders gut herausgearbeitet und vermitteln einen wirklichen intensiven Eindruck.

T.H.E. Book - PokerIn meinem vorerst letzten Beitrag über Pokerbücher möchte ich noch zwei sehr bekannte Vertreter dieses Genres aufzeigen und einen weiteres deutsches und sehr ambitioniertes Buch vorstellen. Lesen ist wie vieles andere im Leben auch Geschmacksache. Was dem einen gefällt, muss dem anderen ganz und gar nicht zusagen. Daher ist es auch immer schwierig allgemeingültige Behauptungen aufzuschreiben und Empfehlungen zu geben. Der jeweilige Schreibstil der Bücher ist hier ein perfektes Beispiel. Die einen mögen es lieber klar strukturiert, mathematisch und präzise ausgedrückt, wohingegen andere eine Auflockerung bevorzugen. Grundlage einer Empfehlung ist jedoch strategisch wertvolles Wissen.

The Theory of Poker ist eines dieser lebenden Legenden unter Pokerbüchern. Nicht immer ganz einfach zu lesen, vermittelt es doch eine überragende Tiefe in vielen Bereichen des Pokerns und hat Beispiele für so ziemlich jede Variante (außer Omaha). Es ist keine Übernachtlektüre, dafür aber ein fundiertes Buch. Schade, dass sich bei der deutschen Übersetzung einige Fehler eingeschlichen haben.

Ein weiterer Klassiker und eines der Bücher, die im gut sortierten Poker-Bücherregal nicht fehlen darf, ist Harrington on Hold’Em, Volume I. Es ist DAS Buch wenn es um Turnierstrategien beim No Limit Hold’em Poker geht.

Als ein weiterer guter Vertreter deutschsprachiger Pokerliteratur ist T.H.E. Book – Texas Hold’Em Poker für Gewinner zu nennen. Im „edlen Zwirn“ kommt es daher und bereitet dem Leser mit einem lockereren Stil viel Freude beim durchstöbern. Dabei ist es für ambitionierte Einsteiger bestens geeignet und vermittelt Grundlegendes auf angenehme Art.

Bestrafe mich!

7
Jul 09
0

bestrafe michNein, das hier ist keine Aufforderung den Autor dieses Artikels, mich, tatsächlich zu bestrafen. Nicht, dass ich es unter Umständen nicht verdient hätte, doch wie heißt es so schön: Gute Jungs kommen in den Himmel, böse Jungs kommen überall hin (leicht abgewandelt, ich weiß). Tatsächlich geht es hier und jetzt jedoch um eine errodische (man rolle das R und betone das o ganz besonders) Lektüre: Bestrafe mich!

In diesem adretten, kleinen Buch, mit auffallend laszivem Cover (nennt man das jetzt Intim-Geweih?) geht es um sanftes SM, ohne die Dinge dabei jedoch zu verwaschen oder verweichlicht wirken zu lassen. Nina Jansen schafft es mit einer eindringlichen Beschreibung der Situationen und Gefühle von jedem einzelnen eine hocherotische Stimmung zu verbreiten, die ohne vulgäre Sprache auskommt und dennoch das Thema nicht aus den Augen verliert.

Die Story handelt von Eileen, die bei einem Bondage-Fotoshooting auf den Geschmack von SM gekommen ist. Daher ergreift sie auch die Gelegenheit mit einer Freundin zu einem Lord zu fahren, der sie bei dem Shooting gesehen hat und zu einem SM-Wochenende einlädt. Prompt verliebt sie sich in Raven, des Lords Diener, der sie dann auch im Auftrag seiner Herren bestrafen soll. Dominanz, Macht, aber auch Romantik und die Gefühle werden hier miteinander verwoben und ergeben eine interessante Geschichte, die wohl den einen oder anderen Leser zu ähnlichem motivieren könnte…vielleicht erst mal ohne Lord :)

20752830n Wer ist hier in Therapie?Setzen sie sich doch erst einmal, oder möchten sie sich lieber auf die Couch legen? Was führt sie denn zu mir? Ach ja, sie möchten sich über ein gewisses Buch informieren…wie hieß es noch gleich, richtig, hier haben wir es – Die Therapie von Sebastian Fitzek. Fitzek, Fitzek, der sagt mir etwas. Ich erinnere mich, der ist ja momentan in aller Munde wegen seines Bestseller „Der Splitter“.

Aber ich schweife ab, kommen wir zurück zur Therapie. Es handelt sich hier also um einen Psychthriller einer verschwundenen Tochter, Josy 12 Jahre alt. Es gibt keine Spur von ihr und nicht mal die tragische Erkenntnis ihres Todes, sie ist schlicht und einfach unauffindbar. Ach, es handelt sich dabei um ihre Tochter? Das tut mir leid! Wie genau kann ich ihnen denn nun helfen? Wirklich? Eine schöne Frau ist auf sie zugekommen und erzählt sie wüsste etwas zu dem Vorfall und ihrer Tochter und sie möchten der Spur nun nachgehen? Halten sie das für eine vernünftige, gar rationale Entscheidung, oder klammern sie sich hier vielleicht nur an einen Strohhalm? Nicht umsonst sind sie ja in einer geschlossenen Klinik und ihrem Urteilsvermögen muss man zumindest gewisse Grenzen attestieren. Kein Grund gleich aufbrausend zu werden Herr Larenz. Es ist nicht so, dass ich ihnen nicht glaube, ich zweifle eher an der Frau und ihren Visionen. Sie haben recht, dass man dieser Spur nachgehen könnte. Doch was dabei heraus kommt, könnte ihnen vielleicht nicht gefallen, sind sie darauf gefasst?


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